Gute Lehre an der Universität Bern

Projekte / Fördermassnahmen

Revision Lehrveranstaltungsevaluationen

Im Zuge der Akkreditierung ist die Universität Bern aufgefordert, die Evaluation der Lehrveranstaltungen einer Prüfung zu unterziehen und gegebenenfalls die Prozesse entsprechend anzupassen. Im Zuge dieses Revisionsprozesses wird auch die Etablierung der Evaluation von Leistungskontrollen geprüft. Das Projekt wurde vom Vizerektorat Lehre beauftragt und von der Supportstelle iLUB geleitet. Die Umsetzung findet in enger Zusammenarbeit mit dem Vizerektorat Qualität und den Fakultäten sowie unter Einbezug der Studierenden statt. Das Projekt wurde in der Sitzung der Kommission für Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung im September 2018 vorgestellt. Es läuft von August 2018 bis Februar 2020.

Gerne können Sie sich bei Frau Gallner melden, wenn Sie wichtige Anliegen bezüglich des Projektes «Revision Lehrveranstaltungsevaluationen» an der Universität Bern haben. 

Sollten Sie Anliegen oder Fragen bezüglich der aktuellen Lehrveranstaltungsevaluation haben, wenden Sie sich gerne an Frau Wuillemin

Bei der Evaluation von Lehrveranstaltungen an Hochschulen besteht die Herausforderung insbesondere darin, die Bedürfnisse verschiedener Stakeholder auf unterschiedlichen Ebenen abzuholen und einzubinden. Aus Sicht des Vizerektorats Lehre ist es sinnvoll ein Evaluationskonzept für die gesamte Universität Bern zu entwickeln, welches minimale verbindliche Anforderungen vorgibt und dabei eine grösstmögliche Flexibilität der Fakultäten sicherstellt. Dabei sind die verschiedenen Zwecke der Evaluation klar abzugrenzen und transparent darzustellen.

Die Universität als Organisation hat den Auftrag die Qualität der Lehre zu sichern und passende Instrumente zur Qualitätssicherung einzusetzen, die Entwicklung der Qualität durch geeignete Massnahmen voranzutreiben und dies nach aussen zu dokumentieren. Die Lehrenden der Fakultäten haben ebenfalls ein grosses Interesse ihre Lehre stetig weiterzuentwickeln und den Studierenden die bestmögliche Qualität zu liefern. 

Das Ziel dieses Prozesses ist ein sowohl von den Fakultäten wie auch von der Universitätsleitung getragenes Konzept, wie Evaluation von Lehrveranstaltungen einerseits dezentral verantwortet und andererseits auf fakultätsübergreifender Ebene als kohärentes Vorgehen belegt werden kann.

Das Projekt startete im August 2018 und wird bis Februar 2020 abgeschlossen. Gerne informieren wir hier über die einzelnen Projektschritte der insgesamt 19 Monate (siehe auch Grafik unten).

  1. Als erstes wurde eine Bestandsaufnahme durchgeführt. Prozesse der Evaluation und Bedarfe der Fakultäten werden erfasst. Bereits bestehende Vorschläge aus den Fakultäten werden aufgenommen und in die Überlegungen einbezogen. Eine Stakeholderanalyse stellt sicher, dass alle Beteiligten und Betroffenen bekannt sind und einbezogen werden können. Ein historischer Abriss liefert das Verständnis für die bestehenden Prozesse. Das bestehende Evaluationskonzept wird evaluiert. Ein durchgeführtes Pilotprojekt für die Evaluation der Leistungskontrollen wird ausgewertet.
  2. Um alle relevanten Gruppen einzubeziehen wurden im Herbst 2018 Fokusgruppen (je Fakultät, zusätzlich Studierende und Mittelbau) und eine Umfrage unter den Faschaften durchgeführt.
  3. Parallel dazu wurden Studien und best practise Beispiele gesichtet.
  4. Das eigentliche Rahmenkonzept für die Evaluation der Lehrveranstaltungen und der Leistungskontrollen wird aufgrund der vorgängigen Phasen entwickelt. Durch stetige Kommunikation mit den relevanten Gruppen wird es bereits in der Konzeptionsphase immer wieder Abstimmungen und Feedbackschlaufen zum Evaluationsgegenstand und den Evaluationszwecken geben. Die Konzeption richtet sich an den SEVAL-Standards aus. Aus den Evaluationsfragen werden Kriterien und Indikatoren abgeleitet, die dann in der Entwicklung von konkreten Evaluationsinstrumenten münden. Prozesse, Sicherheits- und Datenschutzkonzepte werden erstellt und die Ressourcenplanung schliesst diese Phase ab.
  5. Das Rahmenkonzept wird immer wieder mit den Verantwortlichen der Fakultäten besprochen und der Universitätsleitung schliesslich zur Genehmigung vorgelegt. Die angepassten QSE-Richtlinien werden von der QSE-Kommission verabschiedet. 
  6. In der Implementationsphase werden die Prozesse und Instrumente an einigen ausgesuchten Instituten eingeführt und in der Praxis getestet. Weitere kleinere Anpassungen nach dieser Pilotphase sind möglich. 

 

01 Bestandsaufnahme

Mittels einer Stakeholderanalyse und eines historischen Abrisses werden alle Beteiligten und Betroffenen des Projektes identifiziert. Es fanden erste Gespräche mit den Q-Assistierenden der Fakultäten statt. Das Ziel ist es, die Fakultäten, deren Strukturen und QSE-Konzepte genau kennen zu lernen. am 21.09.18 wurde das Projekt in der QSE-Kommisions-Sitzung allen Q-Verantwortlichen vorgestellt.

Im Zuge einer weiteren Bestandesaufnahme wurden Dozierende über ihre Erfahrungen und gewünschte Verbesserungen im Ablauf der Evaluationen befragt. Die zahlreich eingegangenen Rückmeldungen gaben Aufschluss darüber, welche Aspekte der Lehrveranstaltungsevaluation für die Dozierenden besonders wichtig sind. Das Ergebnis der Umfrage stellt eine wichtige Orientierung für die praktische Umsetzung der revidierten Evaluation dar. An dieser Stelle möchten wir uns für die rege Beteiligung bedanken. Zum Report

02 Fokusgruppen

Anschliessend wurden von November 2018 bis Januar 2019 Fokusgruppen mit Mitgliedern aus den QSE-Gremien der Fakultäten durchgeführt. Auch die wichtigen Gruppen der Studierenden und des Mittelbaus wurden jeweils durch eine eigene Fokusgruppe einbezogen. Nach der Durchführung aller Fokusgruppen wurde ein Bericht verfasst, der am 18.02.19 an alle Mitwirkenden ging. Dieser enthielt die zusammengefassten Ergebnisse der Fokusgruppen, jeweils Stellungnahmen des Bereiches Hochschuldidaktik & Lehrentwicklung sowie erste Vorschläge für ein zukünftiges Rahmenkonzept für die Evluation der Lehrveranstaltungen durch die Projektgruppe. Am 27.02.2019 fand eine Abschlussrunde statt, zu der jeweils eine Vertreterin/ein Vertreter jeder Fokusgruppe eingeladen wurde, zusätzlich VetreterInnen der Arbeitsgruppe Akkred, des VR Qualität und der Hochschuldidaktik. Der Abschlussbericht wurde in dieser Sitzung von den Anwesenden kommentiert und allfällige Fragen beantwortet. Als Protokoll dieser Sitzung dient der kommentierte Abschlussbericht, der an alle Beteiligten versandt wurde. Für die Evaluation der Leistungskontrollen wurde ebenfalls ein erstes Konzept bereit gestellt. 
 

03 Stand der Forschung 

Literatur- und Praxisbeispiele wurden recherchiert und ausgewertet. Die Erkentnisse aus der umfassenden Literarturauswertung fliessen in die Ausarbeitung des Rahmenkonzepts ein. 
 

04 Evaluationskonzept

Im April und Mai 2019 entwickelt die Projektgruppe ein Rahmenkonzept für die Evaluation der Lehrveranstaltungen (inklusive Prüfungen). Dieses Rahmenkonzept baut auf die oben beschriebenen Vorarbeiten auf. Es wird dabei dem typischen Evaluationsprozess gefolgt: Beschreibung des Evaluationsgegenstands, Evaluationszweck(e), Evaluationsfragestellung sowie Kriterien und Indikatoren, Ableitung der Methodik und Darstellung des Insturments/der Instrumente, Auswertung der Evaluationsergebnisse und Nutzeneinleitung (Schliessung des Regelkreises), Beschreibung des Ablaufs (Prozessbeschreibung) sowie Richtlinien zum Datenschutz.
 

05 Feedbackphase / Genehmigung

Das Rahmenkonzept wird den Fakultäten im August zur Verfügung gestellt und ihr Feedback Ende August/Anfang September eingeholt. Im Laufe des Herbstsemesters werden Anpassungen an den QSE-Vorgaben in der QSE-Komission vorgelegt. Das Rahmenkonzept und Die QSE-Vorgaben werden ebenfalls im HS der Universitätsleitung zur Genehmigung vorgelegt. 
 

06 Implementation (Pilotphase)

Die Pilotphase findet im Herbstsemester 19 statt. Einige Institute/Departmente haben sich bereit erklärt bei der wichtigen Pilotphase mitzuwirken. Ein neues Instrument wird eingesetzt und anhand der Ergebnisse aus der Pilotphase angepasst. Im Herbst 2019 wird die Kommunikation auf den Webseiten der UniBe vorbereitet, so dass die flächendeckende Implementation im Frühjahr 2020 passieren kann.