Gute Lehre an der Universität Bern

Projekte / Fördermassnahmen

Revision Lehrveranstaltungsevaluationen

Im Zuge der Akkreditierung wurde die Universität Bern aufgefordert, die Evaluation der Lehrveranstaltungen einer Prüfung zu unterziehen und gegebenenfalls die Prozesse entsprechend anzupassen. Im Zuge dieses Revisionsprozesses wurde auch die Etablierung der Evaluation von Leistungskontrollen geprüft und umgesetzt. Das Projekt wurde vom Vizerektorat Lehre beauftragt und von der Supportstelle iLUB geleitet. Die Umsetzung fand in enger Zusammenarbeit mit dem Vizerektorat Qualität und den Fakultäten sowie unter Einbezug der Studierenden statt. Das Projekt wurde in der Sitzung der Kommission für Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung im September 2018 vorgestellt und lief von August 2018 bis Herbst 2020.

Gerne können Sie sich bei Frau Krakenberger melden, wenn Sie wichtige Anliegen bezüglich des Projektes «Revision Lehrveranstaltungsevaluationen» an der Universität Bern haben. 

Sollten Sie Anliegen oder Fragen bezüglich der aktuellen Lehrveranstaltungsevaluation haben, wenden Sie sich gerne an die Fachstelle Lehrverantsaltungsevaluation.

Aktuelle Informationen zur Lehrveranstaltungsevaluation im aktuellen Semester finden Sie hier.

Bei der Evaluation von Lehrveranstaltungen und Leistungskontrolllen an Hochschulen besteht die Herausforderung insbesondere darin, die Bedürfnisse verschiedener Stakeholder auf unterschiedlichen Ebenen abzuholen und einzubinden. Aus Sicht des Vizerektorats Lehre ist es sinnvoll, ein Evaluationskonzept für die gesamte Universität Bern zu entwickeln, welches minimale verbindliche Anforderungen vorgibt und dabei eine grösstmögliche Flexibilität der Fakultäten sicherstellt. Dabei sind die verschiedenen Zwecke der Evaluation klar abzugrenzen und transparent darzustellen.

Die Universität als Organisation hat den Auftrag, die Qualität der Lehre zu sichern und passende Instrumente zur Qualitätssicherung einzusetzen, die Entwicklung der Qualität durch geeignete Massnahmen voranzutreiben und dies nach aussen zu dokumentieren. Die Lehrenden der Fakultäten haben ebenfalls ein grosses Interesse, ihre Lehre stetig weiterzuentwickeln und den Studierenden die bestmögliche Qualität zu liefern. 

Das Ziel dieses Prozesses war ein sowohl von den Fakultäten wie auch von der Universitätsleitung getragenes Konzept, wie die Evaluation von Lehrveranstaltungen und Leistungskontrollen einerseits dezentral verantwortet und andererseits auf fakultätsübergreifender Ebene als kohärentes Vorgehen belegt werden kann.

Das Projekt startete im August 2018 und wurde im Herbst 2020 abgeschlossen. Gerne informieren wir hier über die einzelnen Projektschritte (siehe auch Grafik unten).

  1. Als erstes wurde eine Bestandsaufnahme durchgeführt. Prozesse der Evaluation und Bedarfe der Fakultäten wurden erfasst. Bereits bestehende Vorschläge aus den Fakultäten wurden aufgenommen und in die Überlegungen einbezogen. Eine Stakeholderanalyse stellte sicher, dass alle Beteiligten und Betroffenen bekannt waren und einbezogen werden konnten. Ein historischer Abriss lieferte das Verständnis für die bestehenden Prozesse. Das bestehende Evaluationskonzept wurde evaluiert. Ein durchgeführtes Pilotprojekt für die Evaluation der Leistungskontrollen wurde ausgewertet.
  2. Um alle relevanten Gruppen einzubeziehen, wurden im Herbst 2018 Fokusgruppen (je Fakultät, zusätzlich Studierende und Mittelbau) und eine Umfrage unter den Faschaften durchgeführt.
  3. Parallel dazu wurden Studien und best practise Beispiele gesichtet.
  4. Das eigentliche Rahmenkonzept für die Evaluation der Lehrveranstaltungen und der Leistungskontrollen wurde aufgrund der vorgängigen Phasen entwickelt. Durch stetige Kommunikation mit den relevanten Gruppen gab es bereits in der Konzeptionsphase immer wieder Abstimmungen und Feedbackschlaufen zum Evaluationsgegenstand und den Evaluationszwecken. Die Konzeption richtete sich an den SEVAL-Standards aus. Aus den Evaluationsfragen wurden Kriterien und Indikatoren abgeleitet, die dann in der Entwicklung von konkreten Evaluationsinstrumenten mündeten. Prozesse, Sicherheits- und Datenschutzkonzepte wurden erstellt und die Ressourcenplanung schliess diese Phase ab.
  5. Das Rahmenkonzept wurde immer wieder mit den Verantwortlichen der Fakultäten besprochen und der Universitätsleitung schliesslich zur Genehmigung vorgelegt. Die angepassten QSE-Richtlinien wurden von der QSE-Kommission verabschiedet. 
  6. In der Implementationsphase wurden die Prozesse und Instrumente an einigen ausgesuchten Instituten eingeführt und in der Praxis getestet. Weitere kleinere Anpassungen nach dieser Pilotphase sind möglich. 

 

01 Bestandsaufnahme

Mittels einer Stakeholderanalyse und eines historischen Abrisses wurden alle Beteiligten und Betroffenen des Projektes identifiziert. Es fanden erste Gespräche mit den Q-Assistierenden der Fakultäten statt. Das Ziel war es, die Fakultäten, deren Strukturen und QSE-Konzepte genau kennen zu lernen. Am 21.09.18 wurde das Projekt in der QSE-Kommisions-Sitzung allen Q-Verantwortlichen vorgestellt.

Im Zuge einer weiteren Bestandesaufnahme wurden Dozierende über ihre Erfahrungen und gewünschte Verbesserungen im Ablauf der Evaluationen befragt. Die zahlreich eingegangenen Rückmeldungen gaben Aufschluss darüber, welche Aspekte der Lehrveranstaltungsevaluation für die Dozierenden besonders wichtig sind. Das Ergebnis der Umfrage stellte eine wichtige Orientierung für die praktische Umsetzung der revidierten Evaluation dar. An dieser Stelle möchten wir uns für die rege Beteiligung bedanken. Zum Report

02 Fokusgruppen

Anschliessend wurden von November 2018 bis Januar 2019 Fokusgruppen mit Mitgliedern aus den QSE-Gremien der Fakultäten durchgeführt. Auch die wichtigen Gruppen der Studierenden und des Mittelbaus wurden jeweils durch eine eigene Fokusgruppe einbezogen. Nach der Durchführung aller Fokusgruppen wurde ein Bericht verfasst, der am 18.02.19 an alle Mitwirkenden ging. Dieser enthielt die zusammengefassten Ergebnisse der Fokusgruppen, jeweils Stellungnahmen des Bereiches Hochschuldidaktik & Lehrentwicklung sowie erste Vorschläge für ein zukünftiges Rahmenkonzept für die Evluation der Lehrveranstaltungen durch die Projektgruppe. Am 27.02.2019 fand eine Abschlussrunde statt, zu der jeweils eine Vertreterin/ein Vertreter jeder Fokusgruppe eingeladen wurde, zusätzlich VetreterInnen der Arbeitsgruppe Akkred, des VR Qualität und der Hochschuldidaktik. Der Abschlussbericht wurde in dieser Sitzung von den Anwesenden kommentiert und allfällige Fragen beantwortet. Als Protokoll dieser Sitzung dient der kommentierte Abschlussbericht, der an alle Beteiligten versandt wurde. Für die Evaluation der Leistungskontrollen wurde ebenfalls ein erstes Konzept bereitgestellt.

03 Stand der Forschung 

Literatur- und Praxisbeispiele wurden recherchiert und ausgewertet. Die Erkenntnisse aus der umfassenden Literarturauswertung flossen in die Ausarbeitung des Rahmenkonzepts ein.

04 Evaluationskonzept

Im April und Mai 2019 entwickelte die Projektgruppe ein Rahmenkonzept für die Evaluation der Lehrveranstaltungen (inklusive Leistungskontrollen). Dieses Rahmenkonzept baute auf den oben beschriebenen Vorarbeiten auf. Es wurde dabei dem typischen Evaluationsprozess gefolgt: Beschreibung des Evaluationsgegenstands, Evaluationszweck(e), Evaluationsfragestellung sowie Kriterien und Indikatoren, Ableitung der Methodik und Darstellung des Instruments/der Instrumente, Auswertung der Evaluationsergebnisse und Nutzeneinleitung (Schliessung des Regelkreises), Beschreibung des Ablaufs (Prozessbeschreibung) sowie Richtlinien zum Datenschutz.

05 Feedbackphase / Genehmigung

Das Rahmenkonzept wurde den Fakultäten im August zur Verfügung gestellt und ihr Feedback Ende August/Anfang September eingeholt. Im Laufe des Herbstsemesters wurden Anpassungen an den QSE-Vorgaben in der QSE-Komission vorgelegt.

Das Rahmenkonzept wurde am 08. April 2020 von der universitären QSE-Kommission verabschiedet und am 21. April 2020 von der Universitätsleitung genehmigt. Die aktuelle Version finden Sie hier: Rahmenkonzept LVE  

06 Implementation (Pilotphase)

Die Pilotphase fand im Herbstsemester 19 statt. Einige Institute/Departmente haben sich bereit erklärt bei der wichtigen Pilotphase mitzuwirken. Ein neues Instrument wurde eingesetzt und anhand der Ergebnisse aus der Pilotphase angepasst. Im Frühjahr 2020 wurde die Kommunikation auf den Webseiten der UniBe vorbereitet, so dass die flächendeckende Implementation im Herbstsemester 2020 passieren konnte.