Applied Digital Humanities

Applied Digital Humanities (Applied DH) ist ein praxisorientiertes Abschlussmodul im Masterstudiengang Digital Humanities an der Universität Bern. Es verbindet wissenschaftliches Arbeiten mit praktischen Erfahrungen in Forschungsprojekten und GLAM-Institutionen und unterstützt Studierende dabei, ihre Masterarbeit in einem realen Arbeits- und Berufskontext zu entwickeln.

20. Januar 2026

Das Projekt in Kürze

Im Projekt Applied Digital Humanities (Applied DH) wurde ein praxisorientiertes Abschlussmodul für den neu eingeführten Masterstudiengang Digital Humanities (MA Major, 90 ECTS) an der Universität Bern konzipiert, pilotiert und nachhaltig im Curriculum verankert. Das Modul verbindet wissenschaftliches Arbeiten mit praktischen Erfahrungen in universitären Digital-Humanities-Projekten sowie in GLAM-Institutionen (Galleries, Libraries, Archives, Museums) und ermöglicht es Studierenden, ihre Masterarbeit systematisch in einem realen Arbeits- und Forschungskontext zu entwickeln und idealerweise auf der Basis durchzuführen.

Das Projekt wurde in den Jahren 2024 und 2025 durchgeführt. Nach einer erfolgreichen Pilotphase und einer umfassenden Evaluation ist das Modul mit dem Frühjahrssemester 2026 fester Bestandteil des Masterstudiengangs Digital Humanities (MA Major, 90 ECTS) an der Universität Bern.

Das Modul Applied DH bietet einen einzigartigen Praxisbezug für Studierende der Digital Humanities und anderer Fächer. Studierende profitieren von realen Arbeitserfahrungen, die ihnen wertvolle Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern ermöglichen, eine praxisnahe Masterarbeit fördern und den Übergang zwischen Studium und Beruf erleichtern.

Das Modul richtet sich primär an Masterstudierende der Digital Humanities, die interdisziplinär und projektorientiert arbeiten möchten (die Übernahme in andere Fächer ist in Diskussion). Im Fokus stehen die Vertiefung akademischer Kompetenzen, der Erwerb konkreter Anwendungskenntnisse sowie die Entwicklung von Projektmanagement- und Selbstorganisationsfähigkeiten.

Dozierende, Institute und die Fakultät profitieren durch die stärkere Verzahnung von Forschung, externer Praxis und Lehre sowie durch eine erhöhte Sichtbarkeit der Digital Humanities. Die Kooperationen fördern den Wissensaustausch und schaffen eine nachhaltige Basis für zukünftige Lehr- und Forschungsprojekte. Das flexible und modularisierte Konzept erlaubt eine (gegebenenfalls angepasste) Übernahme durch andere Fachbereiche.

In einer ersten Phase wurden Kooperationen mit externen GLAM-Institutionen und universitären Forschungsprojekten aufgebaut sowie die didaktischen, organisatorischen und administrativen Grundlagen des Moduls erarbeitet (u. a. Kooperationsvereinbarungen, Learning Contracts und Evaluationsinstrumente).

Ende 2024 wurde eine studentische Testkohorte rekrutiert. Drei Studierende durchliefen das Modul im Frühjahrssemester 2025 vollständig. Die Pilotphase umfasste projektbasiertes Arbeiten in den Partnerinstitutionen, begleitende Lehrveranstaltungen sowie die Dokumentation der Lernerfahrungen in Forschungstagebüchern.

Das Projekt wurde mit der Evaluation im Herbst 2025 abgeschlossen. Auf Grundlage des Evaluationsberichts wurde das Modul inhaltlich, organisatorisch und didaktisch überarbeitet und anschliessend in den neuen Studienplan des MA Major Digital Humanities integriert.

Das Modul kombiniert projektbasiertes Lernen, forschendes Lernen und interdisziplinäre Ansätze. Studierende arbeiten «embedded» in realen Projekten und Institutionen und werden dabei mit den Anforderungen des wissenschaftlichen und beruflichen Alltags konfrontiert.

Das Lehrangebot umfasst unter anderem:

  • einen Projektmanagement-Kurs,
  • ein projektbasiertes Praktikum («embedded working») in einer GLAM-Partnerinstitution oder einem Forschungsprojekt,
  • begleitende Workshops zur Entwicklung und Reflexion der Masterarbeit.

Die didaktische Struktur fördert sowohl theoretische Kenntnisse als auch praktische, organisatorische und kommunikative Fähigkeiten und legt grossen Wert auf Eigenverantwortung, Reflexion und Transfer.

Die Evaluation zeigte durchwegs sehr positive Rückmeldungen seitens der Studierenden und der beteiligten Partnerinstitutionen, insbesondere hinsichtlich des hohen Praxisbezugs, der Relevanz der erworbenen Kompetenzen sowie des direkten Nutzens für die Entwicklung einer praxisnahen Masterarbeit.

Die Pilotphase lieferte zudem wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung des Moduls, etwa zur klareren Strukturierung und Kommunikation der Arbeitseinsätze, zur verbindlichen Benennung betreuender Personen auf Seiten der Universität und der Partnerinstitutionen sowie zur Anpassung der Learning Contracts und der ECTS-Vergabe. Diese Optimierungen wurden bereits umgesetzt.

Die Projektergebnisse wurden im Rahmen der curricularen Entwicklungsprozesse an der phil.-hist. Fakultät vorgestellt und diskutiert sowie über fakultäre Kommunikationskanäle verbreitet. Das Modul stösst auch über die unmittelbar beteiligten Organisationseinheiten hinaus auf grosses Interesse und kann als Vorbild für ähnliche praxisorientierte Formate dienen.

Langfristig ist das Modul als fester Bestandteil des Masterstudiengangs Digital Humanities etabliert. Die im Projekt entwickelten Materialien, Strukturen und Kooperationsmodelle werden dauerhaft weiterverwendet und bieten eine nachhaltige Basis für zukünftige Lehr- und Forschungsprojekte. Die Kooperationen mit GLAM-Institutionen und universitären Projekten werden fortgeführt und weiter ausgebaut.

Das Projekt baut teilweise auf Erfahrungen aus dem erfolgreichen FIL-Projekt «Verbrechen der Vergangenheit» (2020) auf, das durch die Zusammenarbeit mit GLAM-Institutionen die Praxisorientierung in ein Seminar brachte und nachhaltig positive Ergebnisse in der Lehre erzielte.

Die Entwicklung von Applied Digital Humanities wird 2024 / 2025 vom Vizerektorat Lehre der Universität Bern im Rahmen von FLE – Fakultäre Lehrentwicklung (ehemals «FILFLE») unterstützt. Hier finden Sie Informationen zum Förderangebot.